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Welkende Rosen
Möchten viele Seelen dies verstehen,
Möchten viele Liebende es lernen:
So melodisch flüsternd zu verhallen,
So im Taumel auseinander wehen,
So in rosiges Blätterspiel zerfallen,
Lächelnd sich vom Liebesmahl entfernen,
So den eigenen Tod als Fest begehen,
So gelöst dem Leiblichen entsinken
Und in einem Kuß den Tod zu trinken.
Hermann Hesse
An
ein Veilchen
Birg o Veilchen,
in deinen blauen Kelche
Birg die Tränen der Wehmut,
bis mein Liebchen
diese Quelle besucht.
Entpflückt die Schöne
dich dem Rasen,
die Brust mit dir zu schmücken,
o dann schmiege dich an ihr Herz
und sag ihr, daß die Tropfen,
in deinem blauen Kelche aus der Seele
des treuesten Jünglings flossen
der sein Leben verweinet,
und den Tod wünscht.
Ludwig Christian Hölty
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Nur
Liebe darf der Liebe Blumen brechen
Friedrich Schiller
Der
Duft der Rose nimmt dich
in einen süßen Bann,
rührt dich liebkosend leise,
wie eine Liederweise,
mit Ahnung voller Schönheit an.
Hermann Hesse
Die
Rose blüht,
und lacht vor andern Rosen,
Mit solcher Huld,
und Liebesmildigkeit,
Daß gern mein Sinn
sich zu der Pflicht erbeut,
Mit andern Blumen
nie mehr zu liebkosen,
Weil alle Liebe, die erglüht,
Aus dir, du Rose blüht.
Clemens Brentano (1778-1842)
Es
ist mit der Liebe
wie auch mit anderen Pflanzen,
wer Liebe hüten will, muß Liebe pflanzen.
Jeremias Gotthelf
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Enzianblüte
Du stehst von Sonnenfreude trunken
Im seligen Licht und atmest kaum,
Der Himmel scheint
in deinen Kelch versunken,
Die Lüfte wehn in deinem Flaum.
Und wenn sie alle Schuld und Pein
Von meiner Seele könnten wehen,
So dürft' ich wohl dein Bruder sein
Und stille Tage bei dir stehen.
So wäre meinen Weltenfahrten
Ein selig leichtes Ziel ersehn,
Gleich dir durch Gottes Träumegarten
Als blauer Sommertraum zu gehn.
Hermann Hesse
Blumen
sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen
sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.
Johann Wolfgang von Goethe
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